Theaterangebot für Jugendliche

 Theaterangebot für Jugendliche

Ab dem 22. März spielt das NiederrheinTheater aus Brüggen im Theater Mönchengladbach.

16. März 2022

Mönchengladbach. Seit 2017 ist das NiederrheinTheater aus Brüggen regelmäßig mit seinen Stücken für Jugendliche zu Gast im Theater Mönchengladbach: „Hast du ein Bild von dir“ von Til und Nils Beckmann und „Gleich ≠ Gleich“ von Raoul Biltgen rücken aktuelle Themen wie Cyberkriminalität und Geschlechterrollen in den Mittelpunkt und sind deshalb besonders für Schulklassen geeignet. Verena Bill und Michael Koenen, die Leiter und Schauspieler des Nie- derrheinTheaters, treffen mit ihren speziell für Jugendliche entwickelten Inszenierungen den Nerv der Zeit und bieten viel Stoff für Diskussion.

Foto: Matthias Stutte | Mönchengladbach

Verena Bill im Interview:

Es gibt viele Themen, die Jugendliche aktuell beschäftigen. Warum haben Sie sich genau für diese beiden Themen entschieden?

Verena Bill: „Im Bereich der Internetsicherheit und dem Umgang mit sozialen Plattformen hat sich die Situation für junge Menschen in den letzten Jahren weiterhin verschärft. Durch die flächendeckende Nutzung von Smartphones sind viele Jugendliche schon früh Cybermobbing oder sexueller Belästigung bis hin zum Missbrauch im virtuellen Raum ausgesetzt. Glücklicher- weise gibt es in Schulen mittlerweile ein starkes Bewusstsein dafür. Unser Stück ‚Hast Du ein Bild von Dir‘ leistet einen Beitrag zur Bewusstmachung, bietet den Schülern die Gelegenheit, ihre Erfahrungen auszutauschen und sich im Einzelfall Hilfe zu holen.“

Gerade die Frage um die Geschlechterrollen ist eine wichtige Diskussion für viele junge Leute. Wie stehen Sie dazu?

Verena Bill: Ich denke, jedem Menschen sollten alle Möglichkeiten, beruflich und privat, of- fenstehen, um ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Männer und Frauen sind nicht gleich, aber gleichberechtigt sollten sie sein. Das ist auch eine Kernaussage des Stückes. Diese Aussage trifft natürlich auch auf andere Geschlechtsidentitäten zu. Wir haben in unserer vielfältigen Gesellschaft einen starken Konsens, besonders auch in den Schulen, dass Gleichberechtigung herrschen sollte. Doch im Alltag wird vieles noch von typischen Geschlechterrollen geprägt. Das Verhalten des Einzelnen wird natürlich vom familiären Vorbild, durch kulturelle Prägung oder auch sehr stark medial beeinflusst. Letztendlich kann Gleichberechtigung nur gelebt wer- den, wenn sich jeder junge Mensch seiner Möglichkeiten bewusst ist und in der Lage ist, sie auszuschöpfen.

Wollen Sie mit diesem Stück gegen die typischen Geschlechterrollen vorgehen und junge Menschen dazu ermutigen etwas zu tun, was nicht „typisch Mann“ oder „typisch Frau“ ist?

Verena Bill: Wir möchten gerade bei der Berufswahl ermutigen, sich von den herrschenden Geschlechterrollen zu lösen. Dass Mädchen oft naturwissenschaftliche Themen ablehnen, ob- wohl sie ein Talent dafür haben, ist stark verbreitet. Wir vermitteln in der Diskussion ein Ver- antwortungsgefühl für unser Zusammenleben. Jeder und jede ist wichtig für die Zukunft unse- res Landes. Genauso schauen wir gemeinsam auf Respekt voreinander. Hier schließt sich der Kreis. Ohne respektvollen Umgang der Geschlechter miteinander kann es auch in der Zukunft keine Gleichberechtigung geben.

„Gleich ≠ Gleich“ ist ab dem 22. März im Studio des Theaters Mönchengladbach zu sehen, „Hast du ein Bild von dir?“ wird ab dem 5. April gespielt. Alle Vorstellungen finden vormittags entweder um 9.30 Uhr oder um 11.30 Uhr statt.

Gruppenbuchungen nimmt der Besucherservice des Theaters Mönchengladbach unter 02166/6151-119 oder besucherservice-mg@theater-kr-mg.de entgegen. Einzeltickets sind unter 02166/6151-100 erhältlich.

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