Ensemble aus Brüggen sorgt für Unterhaltung | Artikel Rheinische Post Viersen

Niederrheintheater – aktiv trotz Corona

Verena Bill (l.) und Michael Koenen (r.), Leiter vom Niederrheintheater, Nadine Schaub und Achim Schütz haben trotz der Corona viel zu tun. Foto: Niederrheinteheater/Niederrheintheater

Brüggen Endlich spielen: Auftritte vor Senioren wechseln sich beim Niederrheintheater ab mit Proben für die große „Möwe“-Aufführung im Sommer.

Auch wenn die Theater wegen der Corona-Pandemie noch geschlossen sind: Michael Koenen und Verena Bill vom Niederrheintheater mit Sitz in Burg Brüggen haben keine Zeit für Langeweile. Im Gegenteil.

Die beiden arbeiten gerade als Darsteller sowie Darstellerin und Regisseurin an zwei unterschiedlichen Projekten: Zum einen sorgen sie für Unterhaltung in fünf Nettetaler Senioreneinrichtungen bei „Struwwelpeter“-Aufführungen, die der Nettetaler Kulturkreis der Wirtschaft auch in diesem Jahr finanziert hat. Zum anderen haben sie mit der intensiven Probenarbeit für die Aufführung des Tschechow-Klassikers „Die Möwe“ begonnen.

Sieben Mal gratis „Die Möwe“ sehen

Geplante Termine Nach der Premiere (Mittwoch, 14. Juli, 20 Uhr) folgen in Brüggen sechs Aufführungen: am Freitag, 16. Juli, Samstag, 17. Juli, Mittwoch, 28. Juli, Donnerstag, 29. Juli, Freitag, 30. Juli und Samstag, 31. Juli. Letzter Spielort ist das Freilichtmuseum (11. September, 19 Uhr).

Reservierung Gratistickets (einige Termine sind ausgebucht) online: www.niederheintheater.de.

NiederrheinTheater

„Wir freuen uns, wieder vor Publikum spielen zu können“, sagt Michael Koenen. Der erste Auftritt, Corona-konform im Garten einer Senioreneinrichtung, habe das Team bewegt und gezeigt, dass Theater auch Lebensqualität bedeutet. „Wir bekommen unheimlich viel von den Zuschauern zurück. Viele erinnern sich an Volkslieder wie ,Ein Jäger aus Kurpfalz’, singen mit und sind begeistert“, schildert Koenen die lebhafte Atmosphäre. „Die Geschichten vom Suppen-Kaspar, vom Zappel-Philipp und vom Hanns-Guck-in-die-Luft kennen diese Menschen von klein auf“, erklärt Verena Bill, mit Koenen die Chefin des Niederrheintheaters. Beide sind sicher, dass ‚Der Struwwelpeter‘ in den Augen ihres Publikums für gute, lustige und kurzweilige Unterhaltung stehe. Unterstützung erhält das Paar dabei von der Schauspielerin Nadine Schaub sowie dem Düsseldorfer Sänger und Gitarristen Achim Schütz.

Schaub gehört auch zum Team für das große Sommer-Projekt des Niederrheintheaters: Gespielt wird dann mit einem für das kleine Theater ungewöhnlich großem Ensemble, zu dem zehn Darsteller zählen. „Die ersten Bühnenbilder sind schon fertig“, sagt Michael Koenen. Zurzeit legt die Kostümbildnerin noch letzte Hand an die Kostüme an. Möglich wird das Theater im großen Stil für einen Klassiker durch Fördermittel: vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Bundesregierung für Kultur und Medien, dem NRW-Landesbüro Freie Darstellende Künste sowie dem NRW-Ministerium für Kultur und Wissenschaft.

Die Corona-Pandemie hat dabei unterschiedliche Auswirkungen: zum einen auf die Planung und Organisation für die kostenfreien Aufführungen in Burg Brüggen und im Freilichtmuseum Grefrath. Zum anderen auf die Probenarbeit für das Ensemble. „Bisher haben wir in kleinen Gruppen geprobt, entweder im Innenhof der Burg oder auch bei uns im Probenkeller“, erzählt Michael Koenen. Zum ersten Mal wird diesmal jede Probe gefilmt. Für Verena Bill, die gleichzeitig Regie führt und die Rolle einer alternden Schauspielerin übernommen hat, stellt dies eine Erleichterung bei der Regiearbeit dar. Sie kann nicht nur die Schauspieler im Detail studieren, sondern auch die eigene Arbeit besser nachvollziehen. Zudem kann per Film die Entwicklung der Figuren besser verfolgt werden. Koenen nennt ein weiteres Beispiel: Durch die Filme könnten besonders gute Positionen der Schauspieler erkannt und einfacher wiederholt werden.

Tschechovs „Möwe“ spielt auf einem abgelegenen Gut in der russischen Provinz im 19. Jahrhundert. Darin schildert er den Weg der jungen Nina (Christina Wouters), die vom Erfolg als Schauspielerin träumt. Doch Schicksalsschläge treffen die junge Frau, ein sorgloses Leben scheint unerreichbar. Was nach einer Tragödie klingt, hat auch humorige Elemente: „Es ist ein richtig schönes Stück“, sagt Michael Conen begeistert. Tschechows Figuren würden Raum für intensive Gefühle lassen. „Es gibt Momente voller Komik neben solchen voller Tragik“, sagt der Darsteller. Zudem würden Erfahrungen geschildert, die unabhängig von der Historie seien und die auch heute nachvollziehbar seien: „Fast jede/r liebt jemanden, den er oder sie nicht kriegt.”

Bei der Organisation ist Geduld gefragt: Koenen und Bill haben ein Konzept erarbeitet, das Hygieneregeln und Abstände berücksichtigt. Bis zu 80 Zuschauern könnten im Freien „die Möwe“ sehen. „Wir müssen abwarten, wie sich die Lage entwickelt“, sagt Koenen. Möglich sei auch, vor weniger Zuschauern aufzutreten. Was alle kaum erwarten können: „Endlich wieder zu spielen.“

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Comments 2

  1. Ich danke euch für eure Infos, um in Kontakt zu bleiben!! Ich bin ebenso wie ihr sehr zuversichtlich, dass wir uns wie geplant wiedersehen.
    Ich freu mich schon!!!!!!

  2. Auch wir können kaum abwarten, Euch wieder spielen zu sehen! Haben Euch total vermisst!!!!!!!!!!!!

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