Kultur in Brüggen:Festspiele werden auf 2021 verschoben

Kultur in Brüggen:Festspiele werden auf 2021 verschoben

Verena Bill und Michael Koenen zeigen einen MiniTheater-Workshop auf dem Youtube Kanal der Burggemeinde Brüggen. Foto: NiederrheinTheater

Brüggen Das Niederrheintheater verlegt seine Festspiele auf das kommende Jahr. Damit fallen auch das neue Stück und die Sommerschauspielschule aus. Etwas Neues sind Videos, die Laienschauspieler zum Ausprobieren animieren sollen.

Von Daniela Buschkamp

„Es war eine schwere Entscheidung. Aber sie war alternativlos.“ Das sagen Verena Bill und Michael Koenen, die Köpfe des Niederrheintheaters mit Sitz in Burg Brüggen. Sie haben entschieden, die Niederrheinischen Theaterfestspiele um ein Jahr auf 2021 zu verschieben. Damit folgen sie dem Vorbild prominenter Festspiele etwa in Bayreuth oder regionaler Veranstaltungen wie denen in Neersen. „Wir fühlen uns dazu aus zeitlichen, finanziellen und moralischen Gründen verpflichtet“, sagt Koenen. Was die beiden Theatermacher jetzt hoffen: Dass die Zuschauer zeigen, dass ihnen Schauspiel made in Brüggen etwas wert ist. „Wir hoffen, dass die gekauften Tickets nicht alle zurückgegeben werden. Dann müssten wir, da der Vorverkauf sehr gut gelaufen ist, mehr als 3000 Euro erstatten“, sagt Koenen. Bereits erworbene Eintrittskarten bleiben gültig. Sie können aber auch in Gutscheine umgetauscht werden.

Was war für die Niederrheinischen Theaterfestspiele geplant?

INFO

Das sind die Ersatztermine für 2021

  • Ersatztermine Das Niederrheintheater hat schon Ausweichtermine festgelegt.
  • Der Auftritt am Freitag,  17. Juli, wird verschoben auf Freitag 16. Juli 2021;
  • Samstag, 18. Juli auf Samstag 17. Juli 2021;
  • Mittwoch, 22. Juli auf Mittwoch,  14. Juli .2021,
  • Mittwoch,  29. Juli auf Mittwoch,  28. Juli 2021;
  • Donnerstag, 30. Juli auf  Donnerstag 29. Juli .2021;
  • Freitag, 31. Juli, auf Freitag 30. Juli 2021 und
  • Samstag 1. August auf Samstag 31. Juli .2021.

Tickets Bereits erworbene Karten bleiben gültig; sie können auch in Gutscheine umgetauscht oder an der jeweiligen Vorverkaufsstelle erstattet werden.

Weitere Informationen gibt es online auf der Homepage niederrheintheater.de.

„Die Festspiele sind der Dreh- und Angelpunkt unserer Arbeit als Theater in Brüggen“, sagt Michael Koenen. Alle Aufführungen der neun Stücke seien in den vergangen zwei Jahren stets mit je 120 Zuschauern ausverkauft gewesen. Neben der Premiere – je nach Wetter im Innenhof oder im Kultursaal von Burg Brüggen – und weiteren Aufführungen der Komödie „Noch einmal, aber besser“ gehörte zu den Planungen für 2020 auch die zehntägige Sommerschauspielschule mit jugendlichen Theaterinteressierten. Zu deren Abschluss Mitte Juli sollte das Stück „Es fährt kein Zug nach Nirgendwo“ auf die Bühne gebracht werden. Alle Veranstaltungen werden um ein Jahr verschoben.

Gibt es schon Pläne für das kulturelle Leben im Herbst?

Für die kommunalen Kulturveranstaltungen gibt es noch keine Ersatztermine, sagt Bürgermeister Frank Gellen (CDU): „Wir haben bisher nur Veranstaltungen abgesagt.“ Die Planung von diesen Terminen genieße zurzeit nicht oberste Priorität. So kümmere sich die Wirtschaftsförderung zurzeit bevorzugt um die Koordination von Hilfsangeboten und Hilfesuchenden. „Eine Planung halte ich zurzeit auch nicht für vertretbar“, so Brüggens Bürgermeister. Man müsse die weitere Entwicklung abwarten. Frank Gellen geht zurzeit nicht davon aus, dass in der ersten Woche etwa nach einer gelockerten Ausgangssperre bereits wieder Großveranstaltungen erlaubt seien.

Wie sieht jetzt der Alltag der Theatermacher aus?

Im April hätten eigentlich die Proben für das neue Stück begonnen, das dann drei Monate später aufgeführt worden wäre. „Wir haben auch abgesagt, weil mit jedem Tag der Zeitdruck für das gesamte Team zugenommen hätte“, sagt Michael Koenen. Und fehlende Proben würden ein Stück nicht besser machen. Statt Theaterproben gebe es mehr Büroarbeit, aber auch neue Projekte. „Wir bleiben am Ball, sind etwa online präsent“, sagt Michael Koenen. Den Titel der geplanten Komödien-Premiere „Noch einmal, aber besser“ nehme man jetzt als Motto für die Zeit der Coronakrise. Auftraggeber wie die Städte Bedburg, Elsdorf und auch Nettetal zeigen die Stücke des Brüggener Theaters jetzt über Facebook oder über eigene Youtube-Kanäle. dafür haben Verena Bill und Michael Koenen etwa in Schloss Bedburg das Märchen „Rumpelstilzchen“ aufgezeichnet. Doch die Arbeit für das virtuelle Publikum geht noch weiter. „Wir haben unseren Keller jetzt für Video-Aufnahmen hergerichtet. Dort haben wir für die Gemeinde Brüggen einen Mini-Theaterworkshop aufgenommen“, sagen Bill und Koenen.

Wie sieht der Mitmach-Theaterworkshop aus?

Das erste, rund halbstündige Video ist ab sofort auf der Homepage der Gemeinde Brüggen (www.brueggen.de) zu sehen. Dabei verraten Verena Bill und Michael Koenen viel über ihre Arbeit, laden zum Ausprobieren ein und präsentieren auch eine Szene aus einem ihrer Stücke. So erfahren die Zuschauer etwa, warum Kaffee für beide unverzichtbar ist oder warum der Körper neben Stimme, Händen und Mimik  das wichtigste Instrument eines Schauspielers ist. Vor der Arbeit müsse man seinen Körper aufwärmen, besonders bei frühen Auftritten in Schulen. Dabei zeigen beide etwa ein Aufwärmtraining, lockeres Hüpfen und Stimmübungen inklusive.

Zur Rheinischen Post

Kommentar verfassen