Eine lesende Leiche im Brüggener Kultursaal. Besprechung der Rheinischen Post

Commissario Fameo:
Eine lesende Leiche im Brüggener Kultursaal

Commissario Fameo soll einen Mord aufklären. Wie, das trugen im Kultursaal Autor Ralph Neubauer und die Brüggener Verena Bill und Michael Koenen vor.

Auf eine Lesung der etwas anderen Art haben sich die Besucher des Kultursaals in der Burg Brüggen eingelassen. Bei der gut besuchten Veranstaltung wurde der Text nicht nur gelesen, sondern auch gespielt. Das Schauspiel-Lese-Event fasste den Band 7 der Südtirol-Krimiserie „Wut kommt selten alleine“ von Ralph Neubauer zusammen.

Südtirol sei „eine Enklave der Gewaltlosigkeit“, findet der Autor der Krimiserie. Sein Credo: alles an originalen Schauplätzen spielen zu lassen. „Alles, was die Protagonisten essen, hab‘ ich probiert“, sagt Neubauer. Gelesen wird abwechselnd, jeder der drei Darsteller übernimmt verschiedene Rollen. So kommt es, dass sie mit dem Text in der Hand und über die Bühne wandernd davon berichten, was Commissario Fabio Fameo erlebt. Dabei halten sie stets einen guten Kontakt zum Publikum.

Auf der Falknerpromenade in Dorf Tirol, hoch über Meran, wird eine Leiche gefunden. „Der Mann ist tot“, informiert der Sanitäter. Ralph Neubauer legt sich dabei auf den Boden und mimt die Leiche. Liest dabei aber zum Vergnügen der Zuschauer weiter. Ein Hund knurrt den Toten an, das übernimmt in diesem Fall dann Michael Koenen. Der junge Tote hat keine Papiere dabei. Wer war.

Szenenwechsel. Commissario Fabio war in einem Korruptionsfall einigen Leuten auf die Füße getreten, was sich nun negativ auf seine Karriere auswirken könnte. Ein weiterer Szenenwechsel. Eine kurvige Autofahrt in einem kleinen Wagen. Michael Koenen und Ralph Neubauer sitzen eng nebeneinander und schwanken „im Auto“ hin und her. Dabei erzählt Neubauer als Tommaso Caruso, Freund des Commissarios und ebenfalls Polizist, von seinem aktuellen Mordfall. Noch kommen beide Ermittler nicht auf eine Verbindung zwischen den Fällen.

Verena Bill stellt eine Kriminalistin dar, eine Kollegin der Hauptfigur. Sie fährt zu einer Pension, in der ein Gast vermisst wird und will „drei gut aussehende, junge Männer, schlank und muskulös“ befragen. Sie hatten mit dem Toten gemeinsam den Urlaub in Südtirol angetreten. Michael Koenen wiederholt und betont nochmal die Eigenschaften der drei Männer, zeigt dabei auf Herren im Publikum, die nun diese Rollen übernehmen sollen. Sie improvisieren und lesen ihren Part mit. Dafür gibt es einen besonderen Applaus.

Von dieser sehr unterhaltsamen Lesung außerordentlich begeisterte Zuschauer belohnten die Darbietung auch abschließend mit viel Beifall.

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